12 von 12: Mai 2022

Heute ist Blogger-Feiertag: An jedem 12. eines Monats veröffentlichen Blogger weltweit 12 Fotos von ihrem Tag. In Deutschland sammelt Caro von „Draußen nur Kännchen“ die deutschsprachigen Beiträge. Schau ruhig mal vorbei, es macht Spaß dort zu stöbern.

Ich mache das vierte Mal in Folge bei „12 von 12“ mit. Nachdem Februar und März auf Samstage fielen und es bei mir im April eine Urlaubs-Edition gab, nehme ich dich heute in meinen schnöden Alltag mit.

Bevor es meinen ersten Kaffee auf dem Sofa gibt, habe ich den Geschirrspüler aus- und eingeräumt, die Teenager mehrmals aus den Betten gescheucht, Frühstück für die Jugend gemacht, ein bisschen rum- und aufgeräumt. So, wie fast jeden Morgen.

Und wie fast jeden Morgen geht es danach raus zur ersten Gassirunde. Im Wald fühle ich mich, als würde ich im Grün baden. Ich liebe das! Dazu der typische Waldduft, Taubengurren, Spechtklopfen und Vogelgesang. So ein schöner Start in den Tag!

Wieder zuhause gibt es die zweite Ladung Kaffee und Himbeer-Porridge, dazu Zeitungslektüre. Als ich das erste Mal Mutter wurde, habe ich mir vorgenommen, jeden Tag Zeitung zu lesen. Das habe ich auch fast immer geschafft.

Aber in letzter Zeit klappt das nicht immer. Das liegt zum einen an den bedrückenden Nachrichten, die ich sehr achtsam konsumieren muss, aber auch an meinen Augen, die rummeckern, dass sie mal endlich eine Gleitsichtbrille haben möchten.

Zoommetting

Mein Zoom-Meeting fällt aus und auch das Kennenlern-Gespräch am Nachmitag mit einem neuen Lernkind und seiner Mutter wird wegen Krankheit abgesagt. Auf einmal habe ich zwei Stunden geschenkt bekommen. Meine innere Streberin jubelt: Super, mehr Zeit um ranzuklotzen.

Ich überzeuge sie davon, dass man nicht jeden Zeitslot effektiv nutzen muss, dass es auch durchaus in Ordnung ist, die geschenkte Zeit für etwas Wohltuendes oder Schönes zu verwenden.

Ich entscheide mich, noch einmal im Wald zu verschwinden. Dieses Mal ohne Hund, dafür aber mit Walking-Stöcken. Nordic Walking habe ich viel zu lange nicht mehr gemacht, dabei tut mir das so gut.

Als ich wieder zuhause bin, bereite ich die Stunde für ein Lernkind am Nachmittag vor.

„Warum schreibt sie eigentlich die ganze Zeit von Lernkindern? Was soll das? Davon war doch vorher nie die Rede, oder?“, fragst du dich vielleicht. Gab es bisher auch noch nicht bei mir.

Im April hatte ich ganz zaghafte bei uns im Dorf Werbung für mein Angebot gemacht – ein Aushang beim Bäcker, einer in der Post. Ich dachte, dass sich vielleicht nach den Sommerferien Interessenten melden würden, aber schon während meines Urlaubs im April kamen mehrere Anfragen.

Lustigerweise waren die Leute nicht nur durch die beiden Aushänge auf mich aufmerksam geworden. Auf einmal bekam ich aus ganz Deutschland Anfragen über meine Website, auf der schon seit Anfang des Jahres mein Angebot steht. Fast schon magisch!

Aktuell habe ich aber nur Kundschaft aus der Gegend und mache bei meinen Lernkindern Hausbesuche. Das wird auf Dauer aber zu zeitintensiv und deshalb suche ich ab Oktober einen Raum zur Untermiete.

Heute hänge ich mich mal wieder ans Telefon in meiner Mission „Untermiete“ und habe ein sehr nettes Gespräch. Und ganz vielleicht habe ich durch meine Anfragen letzte Woche per Mail schon Möglichkeiten aufgetan. Davon liest du sicherlich in den nächsten Monaten hier. (Was für ein Cliffhanger!)

Viel zu schnell ist Mittagszeit und ich fange gerade an zu kochen, …

… da fällt der Strom aus. Zusammen mit meinem Mann, der nach wie vor im Homeoffice arbeitet, kontrolliere ich die Sicherungen. Alles okay, keine ist rausgesprungen.

Ich gehe auf die Straße und treffe dort auf Nachbarn: „Ist bei Euch auch der Strom weg?“ – „Ja.“ Die Homeoffice-Leute machen eine Zwangs-Arbeitspause oder steigen aufs Handy um und ich überlege, wie ich ein Mittagessen ohne Strom zaubern soll.

Meine Tochter, die während dieser Überlegungen nachhause kommt, schlägt vor zu grillen. Gute Idee, eigentlich! Dummerweise haben wir nichts Grillbares. Also fange ich an, Obst zu schälen und dann auf einmal ist der Strom wieder da.

Keine halbe Stunde ohne Strom und das stellt uns und unsere Nachbarn schon vor Probleme – wie sollen wir arbeiten? Wie kochen? Was passiert mit unseren Vorräten im Kühlschrank?.
Hoffentlich ist das kein Vorgeschmack auf unsere Zukunft mit Stromengpässen …

Nach dem Essen und Aufräumen schnappe ich meine Tasche und mache eine Stunde Rechtschreib-Training mit einem Kind aus dem Dorf.

Nach meiner Rückkehr merke ich, wie müde ich bin und gönne mir etwas Auszeit auf der Dachterrasse. Schließlich ist ja noch etwas von meiner geschenkten Zeit übrig. Ich bleibe nicht lange allein – meine Tochter leistet mir Gesellschaft.

Kurze Zeit später kommt dann auch Frieda dazu und setzt auf meinem Bauch liegend ihre Umschulung zur Schmusekatze fort. Mit den 20 Kilo Hund auf mir verstehe ich das Konzept der Gewichtsdecke ganz gut.

Abends gibt es noch einen Vortrag im Lernnetzwerk von Dina Beneken zum Thema Reflexintegration. Ein interessantes Thema, mit dem ich mich später noch einmal intensiver auseinandersetzen möchte.


Vielen Dank, dass du mich an meinem 12. Mai begleitet hast! Vielleicht magst du ja in einem Monat wieder bei mir vorbeischauen und lesen, was bei mir am 12.6.2022 so los ist.

8 Kommentare zu „12 von 12: Mai 2022“

  1. Liebe Ilka, danke für diesen sympathischen Einblick in deinen Alltag, der mir ganz und gar nicht „schnöde“ erscheint 🙂
    LG Anett

  2. Das war schön zu lesen, wie so ein normaler Alltag bei dir aussieht. Und den Konflikt zwischen der inneren Streberin und der „Mach mal was Entspanntes“-Stimme kenne ich auch.
    Liebe Grüße von Wiebke

    1. Liebe Wiebke,

      tja, den Konflikt mit der inneren Streberin kennen ganz viele, denke ich. Allmählich kann ich sie immer besser beruhigen – das tut gut!

      Viele Grüße
      Ilka

  3. Liebe Ilka,
    ich finde auch ganz normale Tage spannend und schön.
    Die geschälten Birnen wären sicher auch gegrillt lecker, ich grille gern in Speck eingewickelte Aprikosen. Mhmmm…
    Alles Liebe!
    Claudia

    1. Liebe Claudia,

      Speck-Aprikosen hören sich ja köstlich an! Der Strom kam ja schnell wieder und so mussten wir den Spinat nicht als Eis oder gegrillt essen.

      Viele Grüße
      Ilka

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