5 Tipps, wie du dein Kind beim Vokabellernen unterstützen kannst

Wahrscheinlich hat dein Kind in der Grundschule schon etwas Englisch oder Französisch gelernt: Es hat Lieder in der Fremdsprache gesungen, Spiele gespielt und kleine Dialoge eingeübt. Vielleicht hat es auch schon eigene Texte verfasst oder sogar kleine Tests geschrieben.

In der weiterführenden Schule geht es dann aber so richtig zur Sache. Auf einmal muss dein Kind Klassenarbeiten und Tests in der Fremdsprache schreiben und dafür Grammatik und Vokabeln lernen. Viele Fünftklässler sind damit überfordert, weil sie gar nicht wissen, wie sie das Lernen angehen sollen.

Du als Elternteil kannst deinem Kind in der ersten Zeit mit der neuen Fremdsprache Unterstützung geben, so dass es den Horror vor seitenlangem Vokabellernen verliert und nach und nach eigene Wege findet, wie es die neuen Wörter sinnvoll lernt.

Vor dem Lernen kommt das Sortieren

Dein Kind soll das erste Mal Vokabeln lernen? Dann setzt euch am besten zusammen hin und geht gemeinsam in Ruhe die Vokabeln durch.

Beim gemeinsamen Durchgehen der Vokabeln werdet ihr feststellen, dass dein Kind schon eine ganze Reihe der neuen Wörter gut beherrscht. Super! Diese Wörter könnt ihr beim Lernen erst einmal beiseite lassen und schon habt ihr eine beachtliche Schicht des Vokabelbergs abgetragen. Mein Tipp: Notiere die Vokabeln, die dein Kind noch nicht gut kann (hierzu gehören auch falsche Artikel, fehlende Verbverbindungen usw.) und konzentriert euch erst einmal darauf. 

Die Liste mit den zu lernenden Vokabeln könnt ihr noch weiter nach Themen sortieren. Durch die aktive Beschäftigung mit den neuen Wörtern und deren Umorganisation kommt das Gehirn deines Kindes so richtig in Schwung und kann das neu Gelernte besser verarbeiten und speichern.

Das Vokabellernen direkt aus dem Buch oder die Arbeit mit Karteikarten sind Klassiker. Warum aber nicht einmal andere Methoden ausprobieren, die Abwechslung in die Lernerei bringen und Spaß machen?

Alternative Methoden Vokabeln zu lernen

  • Malt dein Kind gerne? Lass es eine Art Bildwörterbuch erstellen. Hierzu zeichnet dein Kind passende Bildchen zu den Vokabeln, die es lernen muss und notiert den fremdsprachlichen Begriff. Unser Gehirn liebt Bilder und beim Malen lernt dein Kind die neuen Vokabeln fast automatisch.

  • Hat dein Kind eine blühende Phantasie und denkt sich gerne verrückte Dinge aus? Dann probiert mal, gemeinsam Eselsbrücken zum Lernen der neuen Vokabeln zu finden. Je verrückter oder ungewöhnlicher die Eselsbrücken sind, desto besser speichert das Gehirn die Begriffe ab. Ich erinnere mich heute noch lebhaft an einige Eselsbrücke aus meiner Kindheit. Um mir die Hauptstadt der USA zu merken, hatte ich mir beispielsweise die Merkhilfe „Wasch den Schinken“ ausgedacht. Diese Eselsbrücke ist so stark in mir verankert, dass ich heute noch einen leichten Schinkengeruch in der Nase habe, wenn ich das Washingtoner Kapitol im Fernsehen sehe.

  • Wenn dein Kind viel Bewegung braucht, dann mach mit ihm eine Vokabeljagd. Hierzu notierst du oder besser noch dein Kind die Vokabeln und deren deutsche Entsprechungen auf Post-its in zwei Farben. Bitte achtet darauf, dass alles richtig geschrieben wurde.
    Nun verteilst du die Post-its wild durcheinander im Zimmer, in der Wohnung oder im Garten. Die Aufgabe deines Kindes ist es, möglichst viele Vokabelpaare zu finden und nebeneinander zu kleben. Besonders viel Spaß macht es, wenn du deinem Kind hierfür ein Zeitlimit vorgibst.
    Die Post-its kann dein Kind nach der Vokabeljagd übrigens weiterverwenden und dort hinkleben, wo es sie täglich mehrmals sieht. Durch das wiederholte Lesen lernt dein Kind die Wörter ganz einfach.

  • Oder dein Kind nimmt die neuen Vokabeln auf und hört sie sich mehrmals täglich an. Um auch die Schreibung zu üben, kann es sich die Wörter von der Aufnahme quasi diktieren lassen.

Ohne Wiederholungen geht es nicht

Stell dir vor, du bist im Wald und läufst querfeldein. Das ist anstrengend und beschwerlich. Wenn du das nächste Mal wieder die selber Strecke nehmen möchtest, wird dir das Gehen schon leichter fallen, weil du beim ersten Mal bereits einen kleinen Trampelpfad geschaffen hast. Je öfter du diesen Weg zukünftig gehst, desto besser und weniger anstrengend wird er für dich.

Ähnlich funktioniert das mit unserem Gehirn. Wenn wir etwas Neues lernen, verbinden wir dies mit bereits vorhandenem Wissen. Wiederholen wir nicht, so bleibt die Verbindung schwach und löst sich recht bald wieder auf. Durch Wiederholungen vernetzen wir das Wissen in unserem Gehirn stärker und können es leichter und schneller abrufen.

Du siehst also, dass Wiederholungen extrem wichtig sind. Wie dein Kind dabei konkret vorgeht, müsst ihr ausprobieren. Warum nicht die Vokabellernmethoden mit dem klassischen Abfragen mit Karteikarten abwechseln?


Ich hoffe, dass ich dir und deinem Kind mit meinen Tipps zum Vokabellernen den Start in der 5. Klasse etwas erleichtern konnte.

Falls es nicht sofort mit dem Lernen klappt, dann ist das kein Beinbruch. Wichtig ist es allerdings konsequent dran zu bleiben, damit sich nicht schon in der Anfangszeit Lücken bilden.

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