
In den letzten Jahren gab es viele Abschiede für mich – vom problemlosen Hören, von meinem ursprünglichen Beruf als Lehrerin, von meinen Eltern, von meinem Heimatort. Schmerzhafte Abschiede, weil sie immer das Ende von etwas waren. (Hier findest du meine alten Jahres-Rückblicke: 2021, 2022, 2023, 2024)
Auch 2025 habe ich mich von einigem verabschiedet. Dieses Mal war es allerdings ein bewusstes Loslassen, das keine existentiellen Bereiche betraf. Und möglicherweise sind es keine Abschiede für immer, weshalb ich sie mit einem herzhaften „Und Tschüss“ im alten Jahr lasse. Schon zu Jahresbeginn durfte ich mit dem „Und-Tschüss“-Sagen loslegen.
Darum geht es hier:
Einarmig ins neue Jahr
Eigentlich war geplant gewesen, dass ich über Silvester mit meinem Hund Frieda zu meiner Schwester nach Baden-Baden fahren sollte, um dort ins neue Jahr zu feiern. Einen Tag vorher bekam Frieda Durchfall und wir cancelten die Reisepläne. Im Nachhinein war das auch gut so, denn meine Kalkschulter, die mir schon im Dezember zu schaffen gemacht hatte, drehte am Neujahrstag so richtig auf und ich hätte gar nicht mehr selber mit dem Auto nachhause fahren können.
Ich konnte den Arm nicht mehr anheben, er war blockiert und tat sehr weh. jede Bewegung tat weh und deshalb freute ich mich richtig, als ich mir am 2. Januar in der Orthopädie-Privatpraxis in Frankfurt, wo ich schon im Dezember gewesen war, eine Spritze abholen konnte.
Leider half die Spritze nicht wirklich. Der Arm war nach wie vor blockiert, jede kleinste Bewegung tat weh und nachts konnte ich nur noch im Sitzen schlafen. Ein paar Tage später brachte mich mein Mann wieder in die Praxis. Ich war inzwischen so fertig, dass ich mir nicht mehr zutraute, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu dem Arzt zu fahren.

Mit einer Cortisonspritze ins Gelenk, Akupunktur und hochdosierten Schmerzmitteln wurden die Schmerzen nach und nach besser. Beweglich war der Arm immer noch nicht. Also beschloss ich schweren Herzens, mir selber den kompletten Januar frei zu nehmen und meine Lerntrainings abzusagen, um mir Zeit und Ruhe fürs Fitwerden zu geben.
Mit Stoßwellentherapie, Physiotherapie und Osteopathie wurde die Schulter im Laufe der folgenden Monate wieder beweglicher. Eine Schwachstelle wird dieser Körperteil wohl bleiben.
Bei all dem Unangenehmen und Schmerzhaften hatte die Zwangspause im Januar aber auch ihr Gutes. Ich hatte endlich mal genug Zeit um mir in Ruhe Gedanken zu machen, wie es mit mir beruflich weitergehen sollte.
Außerdem schaffte ich durch die häufigen Frankfurt-Tripps zu meinem Orthopäden das, was mir in den letzten 20 Jahren im Rhein-Main-Gebiet nicht gelungen war: Ich fing an mich für Frankfurt zu interessieren und immer mehr Ecken in der Stadt zu entdecken, die gar nicht sooooo schlecht sind.
Berufliche Mut-Ausbrüche
1. Mein eigener Raum
Eine Sache, die mir während meiner Januar-Pause klar geworden war: Ich wollte endlich ein eigenes Büro haben! Bisher hatte ich in meinem Heimatdorf Hausbesuche gemacht und stundenweise einen Raum im Hofheimer Innovationszentrum (HIZ), einer Büroetage für Gründer*innen, angemietet.
Für den Anfang der Selbstständigkeit war das absolut in Ordnung gewesen. Nun aber war es so, dass ich gerne mehr Kinder und Jugendliche unterstützen wollte, das aber ohne einen eigenen Raum schwer möglich wäre.
Die Suche verlief extrem schnell und unkompliziert, denn ich bekam im Juni einen Raum im HIZ.
Durch den eigenen Raum wurde meine Arbeit um einiges einfacher, weil ich nun alle möglichen Materialien griffbereit habe und nicht mehr so viel Hin und Her habe. Und ich konnte mehr Lernkinder aufnehmen und mein Lerncoaching-Angebot ausbauen.
Das eigene Büro war für mich der mutigste und weitreichendste Schritt in diesem Jahr. Es war allerdings nicht die einzige Neuerung oder Premiere, die es für mich beruflich dieses Jahr gab.
2. Zusammenarbeit mit dem Jugendamt
Bisher hatte erst ein Kind für eine Lerntherapie bei mir einen Zuschuss vom Jugendamt Main-Taunus erhalten. Das war allerdings ohne großen bürokratischen Aufwand geschehen.
Seit Anfang des Jahres wird nun die Familie eines Kindes, das ich schon seit zwei Jahren betreue, vom Frankfurter Jugendamt bezuschusst. Mein Wunsch wäre ja, dass jedes Kind kostenfrei Lerntherapie erhält, wenn es sie benötigt. Also willigte ich in die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt ein.
Zwischenzeitlich verfluche ich immer mal wieder meinen Idealismus, weil die Unterstützung durch das Jugendamt einen ganzen Rattenschwanz an zusätzlicher Bürokratie hinter sich zieht. Ganz ehrlich: Inzwischen verstehe ich meine Kolleginnen sehr gut, die eine Zusammenarbeit mit dem Jugendamt ablehnen.

3. Floppende Ferienkurse
Ich wollte meinen neuen Raum direkt dazu nutzen, Ferienkurse in Rechtschreibung und Lerncoaching anzubieten. Der Vorlauf war allerdings zu kurz, so dass sich in den Sommerferien zu wenig Familien meldeten.
Also versuchte ich in den Herbstferien erneut, Ferienkurse anzubieten. Aber auch dieses Mal war die Resonanz sehr verhalten. Interessierten Familien passte der Termin nicht oder sie suchten Kinderbetreuung für den gesamten Tag oder das Kursniveau war zu hoch. Die unterschiedlichen Bedürfnisse der Interessenten kann ich als Ein-Personen-Unternehmen allerdings nicht befriedigen und plane daher aktuell auch keine weiteren Ferienkurse.
4. Online-Therapie
Ich habe mich in der Corona-Zeit selbstständig gemacht und hatte ursprünglich vorgehabt, Online-Therapie anzubieten. Dann aber hatte ich so Sehnsucht danach gehabt, in Präsenz zu arbeiten, dass ich gar keinen Online-Unterricht angeboten hatte.
Ein Junge, den ich schon länger betreute, wollte nun aber gerne online unterrichtet werden. Also starte ich mit meinem ersten Online-Training. So richtig glücklich waren wir beide nicht damit und deshalb stoppten wir unser online-Experiment nach ein paar Monaten wieder.
Der Junge wird nun Unterricht bei einem Anbieter nehmen, der komplett auf Online-Unterricht ausgerichtet ist. Das kann ich nicht bieten. Aber ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich das auch gar nicht möchte. Ich arbeite viel zu gerne live in 3-D mit meinen Lernkindern und für mich ist der persönliche Kontakt und all das was Lerntherapie neben dem Lesen- und Schreibenlernen ausmacht, wichtiger als fancy Apps und digitale Perfektion.

Das wurde mir dieses Jahr endgültig bewusst.
Auch wenn ich für mich festgestellt habe, dass ich Lerntherapie und Lerncoaching nicht 100 % online anbieten möchte, biete ich meinen Lernkindern auch weiterhin an, dass wir unsere Stunden online abhalten, wenn sie mal nicht zu mir kommen können.
5. Ich verkaufe meine Materialien
Eigentlich will ich schon, seitdem ich selbstständig bin, online-Produkte verkaufen. Auf meinem Rechner liegen auch schon einige halbfertige Sachen herum. Aber irgendetwas hakte immer, so dass ich sie nie fertigstellte.
Von Eduki, einer Plattform für Unterrichtsmaterialien, versprach ich mir, dass ich dort schnell und problemlos meine ohnehin schon vorhandenen Materialien verkaufen könnte. Im Frühjahr überarbeitete ich einige Sachen und lud sie hoch. Die Verkaufszahlen blieben sehr übersichtlich. Ich hatte einfach zu wenig Materialien, um einen warmen Geldregen auf mich niedergehen zu lassen. Außerdem hätte ich an der Gestaltung und am Marketing schrauben müssen, um meine Erfolgsgeschichte bei Eduki zu schreiben. Dazu fehlte mir aber einfach die Motivation und so dümpelt meine Karriere als Eduki-Autorin vor sich hin.
Wenn ich auf mein berufliches Jahr zurückblicke, stelle ich fest: 2025 habe ich ganz schön viel Neues ausprobiert und ganz schön viel davon hat nicht so geklappt wie erhofft. Und ist das schlimm? Nein, denn durch mein Ausprobieren habe ich ein viel besseres Gespür dafür bekommen, was ich wirklich machen möchte: 1:1-Training in Präsenz. Also genau das, was ich ohnehin schon mache.
Die große Online-Müdigkeit
Es war schon seit Jahresanfang so, dass ich meine Zeit am Computer stark eingeschränkt hatte. Meine Kalkschulter reagierte sehr unfreundlich, wenn ich längere Zeit am Rechner saß. Ich musste mein Pensum an der Tastatur sehr streng regeln, um meine Beschwerden nicht zu verschlimmern.
Im Jahr zuvor hatte ich es geliebt, oft Blogartikel bei der Content Society von Judith Peters zu schreiben, mit meinen Kolleginnen vom Kompetenzzirkel Lernen online Coworking zu machen und auf Instagram aktiv zu sein. All das fuhr ich drastisch zurück. Das war teilweise traurig.
Andererseits tat mir die Reduktion richtig gut. Das Getriebensein, was ich die Jahre zuvor immer empfunden hatte, ließ nach. Der Druck, das Vergleichen gerieten in den Hintergrund.
Eine noch drastischere Abwendung von der Online-Welt gab es bei mir im Sommer bei einer großen Aufräum-Aktion. Um mein neues Büro einzurichten, räumte ich mein häusliches Arbeitszimmer richtig gründlich auf. Von vielen alten Büchern und Unterlagen trennte ich mich. Ich behielt nur noch das, was für mich irgendeine Bedeutung hatte.

Das Aufräumen hatte aber nicht nur Auswirkungen auf die Ordnung im Arbeitszimmer und im neuen Büro. Auch in meinem Inneren wurde dadurch einiges hin- und hergeschoben. Eine ganz wichtige Sache begriff ich: Ich wollte nicht länger an dem Traum von einem zusätzlichen Online-Busines festhalten.
Das, auf das ich zuvor wegen meiner zimperlichen Schulter verzichtet hatte, das Bloggen und Posten auf Instagram, stellte ich zunehmend auch aus anderen Gründen in Frage. Warum sollte ich diese Marketinginstrumente weiterhin so intensiv bespielen, wenn ich doch ohnehin kein Online-Produkt anbieten wollte?
Was meine Lust aufs Bloggen und Posten außerdem stark minderte, war das heftige Erstarken der KI. Auf einmal war es gar nicht mehr notwendig zu googlen, die KI bot viel schneller eine Zusammenfassung. An den Besucherzahlen meines Blogs spürte ich diesen Wandel deutlich.
Außerdem versandete meine Lust, fachliche Texte zu verfassen. Nach meinem Gefühl war alles schon tausendfach gesagt und geschrieben worden. Warum sollte ich meinen Senf noch dazutun? Und das alles ohne ein richtiges Ziel.
Ganz versiegt ist meine Lust am Schreiben nicht und ich halte Blog und Instagram weiter am Leben. Wie sich beides und mein Schreiben in Zukunft entwickeln wird, weiß ich noch nicht. Aber ganz darauf verzichten möchte ich nicht mehr.
Lern-Liebe
Ich lerne sehr gerne und wenn ich nicht aufpasse, besuche ich viele, viele Seminare, Kurse, Weiterbildungen und verzettele mich dadurch. Dieses Jahr hatte ich meine Lernlust ganz gut im Griff. So habe ich an ein paar kleineren Workshops teilgenommen und drei größere Weiterbildungen absolviert.
1. NI (natürliche Intelligenz) contra KI
Im Sommer besuchte ich einen Kurs zum Thema „Schreiben mit KI“. Ich versprach mir davon, dass ich mit dem technischen Helferlein bei der Erstellung von Content viel Zeit und Energie sparen könnte.
Hochmotiviert setzte ich mich nach dem Kurs hin und wollte einen Instagram-Post mit KI-Unterstützung verfassen. Und obwohl ich in dem Kurs Kniffe gelernt hatte, wie die KI sich nach mir anhören könnte, fand ich mich in dem von ihr ausgespuckten Text überhaupt nicht wieder. Nach und nach ersetzte ich Sätze, stellte Absätze um, baute andere Formulierungen ein. Das Resultat: Hinterher hatte ich doch wieder einen komplett von mir geschriebenen Text. Bei weiteren Versuchen endete es ähnlich. Deshalb überlasse ich das Schreiben nicht der KI, obwohl es meine Zeit und meine Schulter danken würden.
Auch wenn ich KI ab und zu gerne als Stichwortgeber oder kleinen Assistenten nutze, sehe ich dieses Helferlein sehr ambivalent. In machen Situationen ist KI sehr hilfreich. Aber mir ist bei meinen eigenen Sachen und bei anderen Personen das Selbstgemachte und Authentische lieber als das scheinbar Perfekte der KI.
2. Wackelige Elternberaterin
Meine Auszeit im Januar habe ich für eine Weiterbildung genutzt und startete mit einer Weiterbildung im Bereich der Elternberatung. Obwohl ich schon so lange als Lehrperson arbeite und die Elternarbeit ein wichtiger Bestandteil davon ist, hatte ich mich nie intensiver damit beschäftigt.
Die Ausbildung gefiel mir gut. Aber ich merkte, dass mir die Grundlagen fehlten. Der Kurs basierte auf NLP und ich hatte nur sehr vage Vorstellungen davon und fühlte mich daher auch nach Bestehen des Kurses wackelig und nicht wirklich sicher.
3. Ich baue mir ein Fundament
Nicht nur bei der Elternberatung musste ich feststellen, dass mir notwendige Grundlagen fehlten. Auch beim Lerncoaching hatte ich immer wieder Hemmungen, gewisse Formate anzuwenden, weil mir der theoretische Hintergrund fehlte. Beide Richtungen fußen auf dem Neurolinguistischem Programmieren (NLP).
Also startete ich Ende November relativ kurzfristig in Frankfurt mit einem NLP-Practitioner-Kurs. Zwei Wochenenden habe ich bisher absolviert und bin ganz angetan davon. Beruflich und privat habe ich schon davon profitieren können und bin schon gespannt, was ich bis zum Sommer, wenn der Kurs endet, noch über NLP lernen werde.
Neues Level im Mutter-Dasein
1. Deine Themen oder meine Themen?
Was an der Ausbildung zur Eltern-Beraterin gut war: Ich reflektierte mein eigenes Mutter-Sein. Mit dem Alter der Kinder, ihrer Lebenssituation und ihren Bedürfnissen ändert sich noch einmal die Mutterrolle und die durfte (und darf ich weiterhin) neu gestalten.

Es ist normal, dass man bei besonderen Meilensteinen im Leben der Kinder an die eigene Vergangenheit denkt und Vergleiche zieht. Obwohl das ganz schön schwierig ist, weil sich seit meiner Jugend so vieles geändert hat – egal, ob es um Schule, Freundschaften, Freizeitgestaltung oder das Studenten-Leben geht. Dass dieses Abtauchen in die eigene Jugendzeit nicht immer einfach ist und sich gerne mal eigene und fremde Gefühle mischen, erlebte ich dieses Jahr sehr stark.
Das erste Kind machte im Frühsommer das Abitur. Die bisherige Schulzeit meiner Kinder hatte ich recht gelassen erlebt. Jetzt, wo es ums Abitur ging, war ich auf einmal angespannt und kribbelig. Und auch bei anderen typsichen Jugend-Themen war ich schnell an meiner Grenze.
Glücklicherweise merkte ich aber, dass diese Kribbeligkeit und Unruhe zwar durch meine Kinder ausgelöst worden waren, es sich aber eigentlich um alte Themen aus meiner Jugendzeit handelte, die durch ihr Alter und ihre Lebenssituation hochgespült worden waren.
2. Therapie-Stunden mit Mehrwert
Ich gönnte mir ein paar Stunden Therapie und konnte die Themen meiner Jugendzeit gut auflösen, ohne sie auf meine Kinder aufzupfropfen. Einen weiteren positiven Effekt hatten die Therapie-Stunden zusätzlich: Ich lernte EMDR kennen, eine Intervention aus der Trauma-Therapie, mit der tiefsitzende Glaubenssätze gut integriert werden können.
Ich war begeistert davon und überlegte, wie ich etwas ähnlich Geartetes in meine Arbeit bringen könnte. EMDR darf nur von Psychotherapeuten angewendet werden. Ich fand aber eine ähnliche Methode, die auch im Coaching angewendet werden kann, Wingwave. Allerdings ist Voraussetzung hierfür – mal wieder!- ein Grundlagenwissen in NLP.
Also noch ein Grund mehr, der für meine NLP-Ausbildung spricht.
Ob ich wirklich noch eine Wingwave-Ausbildung dranhängen werde? Das weiß ich noch nicht genau. Denn ich habe bereits jetzt ein Format in der Ausbildung kennengelernt, das ähnliches leisten kann und das ich bei Gelegenheit in der Praxis ausprobieren werde.
Besondere Momente und erste Male
Im beruflichen Kontext habe ich 2025 einiges das erste Mal ausprobiert. Aber auch privat gab es einige Premieren oder besondere Momente.
1. Systematisch wandern
Dieses Jahr habe ich für mich das „systematische Wandern“ entdeckt. Damit meine ich Wanderungen, die sich logisch auf andere Wanderungen beziehen.So habe ich beispielsweise mit wechselnder Begleitung nacheinander die Gipfel einer Taunushügel-Kette erwandert. Etwas, was fast alle diese Taunushügel gemeinsam hatten: Baumgerippe auf den Gipfeln, dadurch aber auch ein guter Blick ins Umland. Und wenn man mal genau schaut, was unter den Baumgerippen ist, hat man schon eine Ahnung, wie es in ein paar Jahren auf den Taunus-Gipfeln aussehen könnte.
Durch meine häufigen Arzt-Besuche Anfang des Jahres in Frankfurt hatte ich schon angefangen, mich etwas mit der Stadt anzufreunden. Im Sommer machte ich eine Wanderung mit einer Gruppe durch den Grüngürtel der Stadt und beschloss: Das wird das nächste Systematisch-Wandern-Projekt – einmal auf dem 70 Kilometer langen Grüngürtel-Weg komplett um Frankfurt herumzuwandern. Eine von neun Etappen ist schon erwandert. Die übrigen acht Wegstrecken erlaufe ich hoffentlich 2026.
2. Mein Interesse für Architektur wird geweckt
An einem der unfassbar heißen Sonntage im Jahr war ich mit meinem Mann im angenehm temperierten Reinhard-Ernst-Museum in Wiesbaden. Zu der dort ausgestellten abstrakten Kunst habe ich keinen Zugang und daran änderte auch der Museumsbesuch nichts. Allerdings hatten wir die Gelegenheit, bei einem Vortrag des Bauleiters und des Museumsbesitzers dabei zu sein und dort wurden mir im wahrsten Sinne des Wortes die Augen geöffnet.
Das Museumsgebäude (unter anderem auch den interessanten Waschtisch, der oben zu sehen ist) hatte ich schon vorher interessant gefunden. Durch den Vortrag konnte ich es allerdings noch viel mehr schätzen. Und was noch durch diesen Vortrag geschah – ich begann mich für moderne Architektur zu interessieren und blicke auf einmal ganz anders auf Gebäude.
3. Mein Paradies im Apfel-Garten
In den Sommerferien ging es mit Tochter und Mann nach Nordspanien, nach Kantabrien und Asturien. Mich faszinierte die Mischung aus wildem hohem Gebirge und dramatischen Steilküsten. Leider war mein Mann während unseres Aufenthalts in den Bergen krank, so dass wir auf die eigentlich geplanten Wanderungen verzichteten. Was ich dort allerdings ausgiebig tat: Im großen Garten mit wunderbarem Blick auf die Berge unter Apfelbäumen liegen und einfach mal nichts tun. Etwas total Ungewöhnliches für mich, aber so wohltuend!
- Verliebt in die spanische Atlantikküste.
- Mein Traumplatz – ein Apfelgarten in den asturischen Bergen.
Weil diese Gegenden am Atlantik bei Deutschen bisher noch nicht so sehr auf dem Radar sind, spricht dort kaum jemand Deutsch. Und auch Englisch verwendeten die wenigsten Spanier in unserer Gegenwart. Und so kam es, dass ich mein altes Schulspanisch aus den hintersten Ecken meines Hirns zusammenklaubte und mich so halbwegs verständigen konnte. Das war beileibe nicht perfekt, hat mir aber Spaß gemacht.
Mein neu-entdecktes Interesse an Architektur konnte übrigens direkt in Bilbao gefüttert werden, wo es neben dem Guggenheim-Museum noch weitere interessante moderne Bauwerke gibt.

Im Inneren habe ich mir aus Zeitgründen nur die Toilette angesehen.
Was mich im Baskenland überdies sehr interessiert hat, ist die baskische Sprache. Sie hat keine Verwandtschaft mit dem Spanischen und obwohl ich Schilder auf Baskisch überhaupt nicht verstehe, freute ich mich, wenn ich sie sehe und fotografierte sie gerne.
4. Im kleinen Großherzogtum
Mein nerdiges Interesse für kleine Sprachen konnte ich in den Herbstferien direkt noch einmal ausleben, als wir in Luxemburg waren und ich jedes Mal begeistert war, wenn ich Schilder auf Luxemburgisch (Lëtzebuergesch) sah. Wie kann man in einem einzigen Satz nur so viele Tremas (Umlaut-Striche) unterbringen!
- Baskisch
- Luxemburgisch
Landschaftlich ähnelt Luxemburg sehr der Eifel oder ähnlichen Regionen. Was aber wirklich nett und besonders ist, ist die Stadt Luxemburg.
Auch hier konnte ich wieder etwas moderne Architektur bewundern, ein wunderbares Urban Gardening Projekt genießen und mich über den Mini-Lustgarten des GROßherzogs amüsieren.
Endjahresdämpfer und Erholung im Kloster
Während der EMDR-Behandlung hatte die Therapeutin auch meine Geräuschüberempfindlichkeit, die mich seit 7 Jahren begleitet, behandelt. Vielleicht sogar zu gut, denn beim zweiten NLP-Ausbildungswochenende dachte ich überhaupt nicht an mein Gehör, das ich sonst bei viel Umgebungsgeräuschen mit Ohrschutz versehe.
In den Pausen hockte ich mit 15 anderen Teilnehmenden in der Küche, wo es sehr lebhaft zuging, mittags war ich mit im türkischen Restaurant, wo es auch recht laut war. Ich war so wie früher, als mein Leben noch Oropax-frei war. Die Quittung bekam ich am Sonntagabend: Mein Körper war vollkommen überlastet – das Ohr tat weh, ebenso der Kopf, mein Herz raste, mein Schulter-Nacken-Bereich war verkrampft und ich kam überhaupt nicht mehr runter.
In den nächsten Tagen hatte ich das Gefühl ein wundes Ohr zu haben, das ständig wieder aufs Neue gereizt wurde – durch stundenlangen Laubbläser-Einsatz auf dem Spielplatz gegenüber, Abrissarbeiten gegenüber meines Büros, Besuch, stressiges Einkaufen.
Mit einem sehr mulmigen Gefühl brach ich nach Weihnachten zu einem Yoga-Meditations-Retreat in einem Kloster in der Eifel auf. Besondere Sorge hatte ich wegen der Essens-Situation und die war für mich auch wirklich ungünstig. Alle Mahlzeiten wurden in einem großen Refektorium mit Platz für mindestens 100 Personen eingenommen. Nach einem Tag Essen in dem lauten Refektorium war mein Gehör und alles, was daran hängt, wieder vollkommen überreizt.
Wären die Yoga- und Meditations-Einheiten nicht so gut gewesen, wäre ich zu dem Zeitpunkt abgereist. Das wollte ich aber nicht, also suchte ich eine andere Möglichkeit, um dem Krach im Refektorium zu entgehen. Morgens ging ich in den folgenden Tagen immer schon sehr früh frühstücken und die anderen Tage suchte ich mir mit meinem Essen immer ein stilles Örtchen und konnte es so richtig genießen. Es war richtig gut und ich habe es toll gefunden, mal nicht selber für Essen zuständig zu sein.
Das Retreat tat sehr gut und ich merkte, dass ich immer entspannter wurde und den Stress der letzten Wochen ablegen konnte und jetzt optimistisch und mit Zuversicht in das neue Jahr starten kann. Was will man mehr?
Mein Fazit
Wahnsinnig spektakulär war mein Jahr 2025 nicht. Trotzdem hat sich in dem vergangenen Jahr viel bei mir bewegt und ich habe dein Eindruck, dass ich jetzt viel mehr bei mir selbst bin und mich nicht mehr zu sehr vom Außen beeinflussen lasse. Das fühlt sich gut an und darf gerne so weitergehen.
Mein Abschied von der Online-Welt fühlt sich gut und gleichzeitig komisch an. Eine kleine innere Stimme fragt besorgt: „Ist das nicht riskant und rückwärtsgewandt, wenn du diesen Weg jetzt nicht weiterverfolgst?“ Deshalb, weil ich dieser kleinen Stimme vielleicht doch noch einmal nachgeben werde und mich wieder in die Online-Business-Welt begeben werde, fühlt sich in diesem Kontext mein „Und Tschüß“ sehr stimmig an.
Meine Pläne für 2026
- Im Sommer werde ich meine NLP-Practitioner-Ausbildung hoffentlich erfolgreich abschließen.
- Mein Lerncoaching-Angebot möchte ich noch weiter ausbauen und es neuen Personengruppen anbieten.
- Ich werde meine Website überarbeiten.
- 2025 ging es mit dem Tschüß-Sagen los, 2026 geht es damit weiter. So werde ich mich von Tools verabschieden, die ich für mein geplantes Online-Business besorgt hatte und deren Verträge noch bis zum Sommer laufen.
- Ich möchte unbedingt wieder mehr lesen und das Lesen mehr zelebrieren. Zum Beispiel, in dem ich wieder in ein extra Büchlein alle gelesenen Bücher notiere und mir ein paar Zeichen mache, wie mir die Lektüre gefallen hat. Das habe ich bis in meine Dreißiger gemacht, dann aber als junge Mutter leider aufgegeben.
- Ich werde wieder mehr schreiben, aber ohne Druck.
- Yoga und Meditation werden wieder einen festen Platz in meinem Alltag haben.
- Ich werde mein systematisches Wandern fortsetzen und komplett um Frankfurt laufen.
- Im April werde ich meine Tochter nach Hamburg begleiten.
- Langes am Schreibtisch-Sitzen ist nach wie vor wegen meines Schulter-Nacken-Bereichs schwierig. Dafür möchte ich eine Lösung finden.
- Auch meine Geräuschüberempfindlichkeit möchte ich (wieder) besser in den Griff bekommen.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, mit mir durch mein Jahr 2025 zu reisen. Ich wünsche dir ein wunderbares, gesundes und glückliches neues Jahr!




















Liebe Ilka, auch wenn du schreibst, es sei kein spektakuläres Jahr gewesen, es war wohl ein intensives mit vielen Lernerfahrungen! Und du hast trotz Online-Müdigkeit diesen Jahresrückblick gemacht, der einen schönen Einblick in deine Arbeit gibt! Vielen Dank für diesen Einblick und einen gut ausgerichteten Start ins 2026!